FolkWorld #67 11/2018
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Bluegrass Jamboree

Looking Back to the Future

Bluegrass Jamboree! - 10. Festival of Bluegrass and Americana Music on Tour, November-Dezember 2018.

Artist Video Bluegrass Jamboree
@ FROG


www.bluegrassjamboree.de

Der legendäre „Banjo-Bus“ kehrt auf der Jubiläums-Tournee des Kult-Festivals zum zehnten Mal zurück in die Konzerthallen der Republik. An Bord sind neben den Banjos auch wieder Mandolinen, Geigen, Gitarren und Kontrabässe. Meisterlich gespielt begleiten sie die vielfältigen Sänger, die den drei Top-Bands aus den USA den jeweiligen unvergleichlichen Original-Sound geben.

Dem Jubiläum angemessen ist die speziell zusammengestellte exquisite Auswahl aus aktuell wichtigen Ensembles der amerikanischen Szene. Das Programm steht dieses Jahr unter dem Motto „Looking Back to the Future“: Die Künstler schöpfen die Inspiration für ihr eigenes kreatives Schaffen aus den ursprünglichen Wurzeln von Bluegrass, Folk und akustischem Oldtime Country und schaffen daraus spannende Musik für die Zukunft. Traditionell treffen sich zum großen Finale alle Musiker noch einmal auf der Bühne zur gemeinsamen Begegnung.

Bill and The Belles

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www.billandthebelles.com

Das Bluegrass Jamboree ist in Europa einmalig und wird sogar in den USA, dem Mutterland der Bluegrass- Musik, mit Lob und Interesse gepriesen. Dank bester Kontakte in die Zentren des Musikstils gelingt es Bluegrass Impresario Rainer Zellner (von der European Bluegrass Union als „Bluegrass Personality of the Year“ ausgezeichnet) immer wieder rechtzeitig die angesagtesten Künstler zu präsentieren. So finden sich etliche spätere Stars und Grammy ausgezeichnete Künstler im Programm der vergangenen Bluegrass Jamboree-Jahrgänge.

Bill and The Belles - New Oldtime Country

Bill and The Bel­les aus Vir­gi­nia er­we­cken eine ver­gan­ge­ne Ära zu neuem Leben: Die An­fän­ge der Coun­try Music, der Vau­de­vil­le Thea­ter und der Radio Shows der 30er Jahre, als erst­mals Musik in alle Haus­hal­te ge­sen­det wer­den konn­te. Die Un­ter­hal­tungs­pro­gram­me jener Zeit waren ge­prägt von einem an­ar­chi­schen Mu­sik­mix aus Old­ti­me Fidd­le Tunes, sen­ti­men­ta­len Bal­la­den, ek­sta­ti­schen Gos­pels, ra­san­tem Blu­e­grass, ar­chai­schem Blues und rhyth­mi­schem Swing Jazz. Live, lo­cker und hu­mor­voll prä­sen­tiert, rich­te­ten sich die über­aus be­lieb­ten Radio Shows mit Musik, Come­dy, Wer­bung und lo­ka­len In­for­ma­tio­nen an die länd­li­che Be­völ­ke­rung im ab­ge­le­ge­nen Süd­os­ten der USA. Bill and the Bel­les, die Haus­band einer sol­chen Ra­dio-​Show des „Birth­place of Coun­try Music“-​Mu­se­ums in Vir­gi­nia, las­sen genau diese Tra­di­tio­nen frisch und zeit­ge­mäß wie­der auf­le­ben.

The Brother Brothers

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www.thebrotherbrothersmusic.com

Ge­nia­le drei­stim­mi­ge Ge­sangs­sät­ze, große Meis­ter­schaft auf den In­stru­men­ten, ge­paart mit Liebe zur mu­si­ka­li­schen und op­ti­schen Äs­the­tik des Stils ma­chen Bill and The Bel­les zu einer der füh­ren­den Re­tro-​Bands der USA. Sän­ger, Gi­tar­rist und Mas­ter­mind Kris Tru­el­sen kam aus den Ber­gen Co­lo­ra­dos in die Ap­pa­la­chen Vir­gi­ni­as. Gei­ge­rin Kalia Yea­gle flüch­te­te aus Alas­ka in die wär­me­re Re­gi­on des Süd­os­tens. Ban­jo-​Spie­le­rin Grace van’t Hof baute ihr ers­tes Banjo sel­ber und hört Old­ti­me Hard­core ge­nau­so wie Puc­ci­ni. Als En­er­gie­bün­del am Kon­tra­bass hält Hasee Ciac­cio, eine über­aus ge­frag­te Ses­si­on-​Mu­si­ke­rin der Szene, die Band auf Kurs.

The Brother Brothers - Moody Americana

The Bro­ther Bro­thers - das sind die ein­ei­igen Zwil­lin­ge Adam und David Moss. Sie ste­hen in der Tra­di­ti­on der für die au­then­ti­sche Coun­try-​ und Blu­e­grass Musik so ty­pi­schen Brü­der-​Du­et­te: In einer Linie mit den Lou­vin Bro­thers und den Ever­ly Bro­thers hört man bei ihnen auch An­klän­ge an das wohl be­deu­tends­te Folk Pop-​Duo Simon & Gar­fun­kel. Zwil­lings­brü­der be­sit­zen eine ganz be­son­de­re Magie in ihren zwei­stim­mi­gen Ge­sangs­har­mo­ni­en, sin­gen sie doch so­zu­sa­gen mit der glei­chen Stim­me.

Bevor es zu ihrer ge­mein­sa­men Ar­beit im Duo kam, ent­wi­ckel­ten sich die zwei Künst­ler aus Il­li­nois lange Jahre ge­trennt. In den mu­si­ka­li­schen Melting-​Pots Aus­tin und New York kam jeder für sich nach klas­si­scher Aus­bil­dung mit den bun­tes­ten Sti­len in Be­rüh­rung: Jazz, Blu­e­grass, Old­ti­me, Folk, Ame­ri­ca­na. Beide ent­deck­ten bald ihre Liebe zu den Story Songs, die Ge­schich­ten er­zäh­len. Damit war das ge­mein­sa­me Ziel ge­fun­den und die Bro­ther Bro­thers ge­grün­det.

Jeff Scroggins & Colorado

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www.jeffscrogginsandcolorado.com

Die Lie­der von Adam und David sind mal bit­ter­süß, mal leicht­fü­ßig und luf­tig, dann wie­der me­lan­cho­lisch-​blue­sig, ein in­ten­si­ver Rausch an ge­misch­ten Emo­tio­nen, die das Pu­bli­kum wie ma­gisch in ihren Bann zie­hen. Gei­ger Adam Moss und Gi­tar­rist David Moss, be­glei­ten sich mit einem fei­nen, klang­ma­len­den Ge­flecht aus Har­mo­ni­en und Rhyth­men, die sie ge­ra­de in ihrer Ein­fach­heit als große Meis­ter aus­wei­sen. „Bei ihrem Ge­sang be­kom­me ich Gän­se­haut“ (Sarah Ja­rosz)

Jeff Scroggins & Colorado - Dynamic Bluegrass

„A Blu­e­grass Ex­plo­si­on“, so schil­der­te ein über­wäl­tig­ter Jour­na­list das Kon­zert von Jeff Scrogg­ins & Co­lo­ra­do. Zu­hau­se in den Front Range Ber­gen von Co­lo­ra­do, hat sich das Quin­tett zu einer der mit­rei­ßends­ten Live Bands im Blu­e­grass ent­wi­ckelt. Per­ma­nent sind sie seit 2011 welt­weit mit ihrem viel­fäl­ti­gen Sound un­ter­wegs, in dem sich die ganze Far­big­keit der Blu­e­grass Ge­schich­te spie­gelt. Die zwei Ge­ne­ra­tio­nen Mu­si­ker in der Band er­zeu­gen eine Span­nung aus Tra­di­ti­on und Neuem. Ge­fühl­vol­le Ge­sangs-​So­lis­ten, auf­re­gend in­ten­si­ver mehr­stim­mi­ger Ge­sang, erst­klas­si­ge Songs, über­aus kraft­voll vir­tuo­ses So­lo­spiel und blin­des rhyth­mi­sches Ver­ständ­nis un­ter­ein­an­der sind die Ele­men­te, mit denen Blu­e­grass seit sieb­zig Jah­ren so er­folg­reich wurde und bis heute le­ben­dig blieb. In Jeff Scrogg­ins & Co­lo­ra­do fin­det man genau das, durch­setzt mit der En­er­gie zu­kunfts­wei­sen­der Wei­ter­ent­wick­lun­gen wie New Acoustic, New­grass und Jam­Grass.

Ban­jo-​King und Mas­ter­mind Jeff Scrogg­ins er­füll­te sich mit Co­lo­ra­do nach vie­len Jah­ren als Rock-​Gi­tar­rist den Traum eines ei­ge­nen Blu­e­grass-​En­sem­bles. Dafür spiel­te er zehn Jahre lang täg­lich neun Stun­den bis er mit sei­nem Ban­jo­spiel zu­frie­den war. Zwei­mal wurde er bis­her „Ban­jo-​Spie­ler des Jah­res“ in den USA und gilt als „Jimmy Page“ des Ban­jos. Sein Sohn Tris­tan Scrogg­ins hörte Blu­e­grass schon neun Mo­na­te bevor er über­haupt ge­bo­ren wurde und mit sech­zehn hatte er schon den „Wun­der­kind“ - Sta­tus und viele Prei­se ge­won­nen. Er steht mitt­ler­wei­le in einer Reihe mit den an­de­ren „jun­gen Wil­den“ der Man­do­li­ne wie Chris Thile. Er liebt puren Blu­e­grass ge­nau­so wie Avant­gar­de-​Aus­flü­ge und seine Ei­gen­kom­po­si­tio­nen sind High­lights im Band-​Re­per­toire.

Viele Jahre Er­fah­rung und Aus­zeich­nun­gen prä­gen die „echte“ Blu­e­grass-​Stim­me der Band, Greg Blake aus den Ber­gen West Vir­gi­ni­as. Bei ihm klin­gen die Ap­pa­la­chen-​Songs un­wi­der­steh­lich au­then­tisch - kein Wun­der, singt er doch Zeit sei­nes Le­bens Blu­e­grass, Gos­pel und beste er­di­ge Coun­try Music. Greg be­freit die Blu­e­grass-​Gi­tar­re vom rei­nen Rhyth­mus-​Spiel und stellt sie eben­bür­tig mit gran­dio­sen Soli neben die an­de­ren füh­ren­den In­stru­men­te. Gei­ge­rin Ellie Hak­an­son ge­hört eben­falls zur jun­gen Ge­ne­ra­ti­on Mu­si­ke­rin­nen. Sie ver­bin­det in be­son­de­rer Ele­ganz ma­kel­lo­se klas­si­sche Tech­nik mit der En­er­gie rauer blue­si­ger Blu­e­grass Fidd­le. Die tie­fen Töne und swin­gen­den Rhyth­men des Kon­tra­bas­ses hal­ten die Band zu­sam­men, meis­ter­haft in den Hän­den von Danny Booth. Er kam aus Alas­ka in den Süden und be­rei­cher­te schon den Klang von Le­gen­den wie Ralph Stan­ley, Doug Dil­lard und Gram­my-​Ge­win­ner Frank Sul­li­van.


Photo Credits: (1) Bluegrass Jamboree (Logo), (2) (3) (4) (by Music Contact).


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