FolkWorld #65 03/2018

CD & DVD Rezensionen

Ansgar Dälken „Now“
Eigenverlag, 2017

www.ansgar-daelken.de

Ansgar Dälken ist wohl einer der besten Folkgitarristen der deutschen Folkszene. Auf seinem neuesten Album zeigt er wiederum sein ganzes Talent. Zumeist interpretiert er Stücke von anderen Folkkomponisten aus nordischen (z.B. Väsen’s Roger Tallroth oder Esbjörn Hazelius) und keltischen (z.B. Andy Cutting oder Flook‘s Brian Finnegan) Regionen. Hinzu kommen noch vier schöne Eigenkompositionen. Das meiste ist akustische Gitarre Solo, und ein paar mal ist auch Ansgar‘s Low Whistle and Mandola zu hören, oder in „Acoustic Landscape“ auch das Meer in Sandhammaren in Schweden. Wunderbar ruhige Musik, die zu Tagträumen anregt.
©
Michael Moll


Dragseth Trio „Drift“
Eigenverlag 2017

www.atelier-knortz.de

Früher für lange Zeit ein Duo, ist Dragseth inzwischen ein Trio geworden, da zu Kalle Johannsen und Manuel Knortz noch Jens Jesse dazugestossen ist. Das norddeutsche Trio präsentiert auf seiner neuen Scheibe 12 Lieder - vier in Plattdeutsch, eins in Englisch, der Rest auf Hochdeutsch. Die Lieder sind eine Mischung aus Vertonungen von Gedichten, Übertragungen von englischen oder französischen Liedern ins deutsche/plattdeutsche, und eigenen Werken. Begleitet wird der Gesang vor allem von Gitarren, wobei Instrumente wie Whistle, Akkordeon, Uilleann Pipes oder Sopransaxophon für zusätzliche Atmosphäre sorgen. Die Musik ist von der Melancholie geprägt, die so typisch ist für die Folkmusik der flachen deutschen Nordseeküste. Selbst die Texte der Lieder sind oft sehr melancholisch geprägt. Eine besinnliche und doch schöne CD.
© Michael Moll


Pauline‘s Choice „a night in Stromness“
Eigenverlag, 2017

www.facebook.com/...

Wunderbare keltische Musik von diesem Trio um die Geigerin Pauline Pfeiffer. Im Trio ist auch Paulines Schwester Lisa Lou, deren Bratsche- und Geigenspiel perfekt mit Pauline eingespielt ist. Als dritter hinzu kommt Tim „Doc Fritz“ Liebert an Bouzouki, Mandoline, Gitarre etc. Paulines Auswahl an Melodien und Liedern ist geschmackvoll und konzentriert sich auf schottische, und insbesondere Orkney, Stücke. Die Lieder werden zumeist durch die warme Stimme von Tim interpretiert, mit schönen Harmoniegesängen von den Mädchen. Während sich die Musik authentisch schottisch anhört, haben Pauline und ihr Trio einen eigenen Stil geprägt, zeitgenössisch, beeinflusst von Paulines klassischer Musikausbildung, und mit gelungenem Zusammenspiel von Geige und Bratsche. Mit ihrem jungen Alter können wir noch viel erwarten von Pauline und ihrem Trio.
© Michael Moll


PurPur „Maidenwerk“
Eigenverlag, 2017

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www.purpur-zwillingsfolk.de

Die Zwillinge Christine und Judith Rauscher sind PurPur. Ihre Lieder ist vor allem von Mittelaltermusik geprägt, mit Deutschem und keltischem Material, sowie Inspiration aus der Fantasy-Literatur. Die besten Stücke sind meines Erachtens nach die am nächsten am Mittelalterlichen orientierten, mit sowohl traditionellen als auch eigenen deutschen Texten. Die englischen Lieder fühlen sich nicht so authentisch an, und zwei der Fantasy-inspirierten Lieder gefallen mir nicht. Bei den meisten Liedern singen die beiden Schwestern in Harmonie, begleitet vor allem von Gitarre oder Bouzouki; einige Lieder haben auch ein Band-Besetzung. ZUm Teil haben die Lieder einen etwas esoterischen Klang.
© Michael Moll


Tibetrea “Zauber & Rituale”
BSC Music, 2017

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www.tibetrea.de

Eine weitere Band, die von den Bildern im Booklet zu urteilen fest in der Mittelalter-Szene ansässig ist – auch wenn die CD das Genre als „Fantasy Folk“ bezeichnet (und ich denke, dass im Laden dies die einzige Band unter diesem Genre sein würde). Die Musik auf diesem Album dagegen ist vielseitiger als ich erwartet hätte - einiges Material kommt aus Osteuropa oder England. Es sind vor allem die selbstgeschriebenen deutschsprachigen Lieder, die eher nach Mittelalterzauber (oder Fantasz Folk?!) klingen, und diese sind meiner Meinung nach die weniger gelungenen Titel des Albums. Die Trompete ist das Instrumemt, das diese Band nun wirklich prägt und interessant macht. Tibetrea sind abwechslungsreich mit einigen musikalischen Highlights; für mich wäre die Musik noch gelungener wenn die Band sich nicht ganz so stark auf eben jene Fantasy-Zauber und Rituale der Mittelalermusik ausgerichtet hätte.
© Michael Moll


Fiona „of River and tides“
Celtic Classics Productions, 2017

Folkmusik am Flügel mag ich immer sehr gerne - und irgendwie klingt es ja noch schöner, wenn es ein altes Instrument ist, wie in diesem Falle ein 113 Jahre alter Bechsteinflügel. Die deutsche Pianistin and Komponistin Fiona Frewert spielt eine Mischung an traditionellen und selbstkomponierten Melodien auf dem Flügel, aus oder inspiriert von irischen, deutschen, schwedischen, belgischen, walisischen Traditionen. Für mich ist die Musik am besten, wenn sie sich weitgehend auf den Flügel beschränkt, und wunderschön träumerisch daherkommt. Die wenigen Stücke, die auch von Schlagzeug begleitet werden, driften leider ein bisschen in Easy Listening ab. Insgesamt aber eine sehr schöne Scheibe.
© Michael Moll


Gewürztraminer „Tanzverbot“
Cracked an Egg Records, 2016

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www.diegewuerztraminer.at

Gipsy Jazz trifft auf deutsche und österreichische Lieder und verschiedenste andere Einflüsse. Die österreichische Band mit dem alkoholischen Namen präsentiert auf ihrem neuen Album eine mitreißende und tanzbare Sammlung von eigenen Liedern und Melodien. Die Lieder sind vorgetragen entweder in Sprechgesang oder Chansonstil, zumeist auf Hochdeutsch doch zum Teil auch auf österreichisch. Die Musik ist geprägt von Django Reinhard Gipsy Swing, mit Einflüssen aus dem Balkan, Tango, Pop, HipHop und vielem mehr. An Instrumenten bieten die Gewürztraminer treibende Gitarren, Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug, mit Gästen auf Trompete, Saxophonen und Posaune. Tanzverbot ist wohl das schlimmste, was dieser wilden Band passieren könnte!
© Michael Moll


Musik for the Kitchen “Musik mit einem K”
Rumtschak Records, 2016

Artist Video

www.musikforthekitchen.de

Die vier Jungens aus Nordrhein-Westfalen spielen eine heisse Mischung an zumeist deutschsprachigen Folksongs, attraktiv verpackt in Musik  mit Einflüssen aus Klezmer, Balkan Gipsy, Reggae und jazzigem Swing. Das Ergebnis ist eine sehr attraktive tanzbare Mischung an deutscher Weltmusik. Wie die Band selbst meint, „deutsche Folklore is heute ein bunter Sack voller Eindrücke aus dem europäischen Nachbarregionen, und so im lokalen Sinne wieder Weltmusik“ – und so klingt meiner Meinung nach deutsche Folkmusik in der Tat am besten!
In der Energie der Musik kann man erahnen, dass das Quartett auch gerne mal Strassenmusik spielt. Während, so sagen es die Sleevenotes, die vier zuvor nur Cover gespielt haben, ist auf dieser CD ausschließlich eigenes Material zu finden. Die Texte sind teils Band-bezogen - ironisch geprägte Lieder von und über die vier Musiker und Strassenmusik und Konzerten – und teils über zeitgenössische Themen wie das sehr gelunge „Keine Angst vor Fremden“. Die Mehrzahl der Lieder sind in deutscher Sprache, doch eins ist Ungarisch (Mori Shej) und zwei sind in Englisch - das Englisch der vier klingt doch schon sehr deutsch, aber passen und gefallen tut‘s, und das Lied „Procrastination“ ist so sehr ein Ohrwurm, dass es fast irritiert. Mit Gitarre, Bass, Akkordeon und Schlagzeug produzieren „Musik For the Kitchen“ Freude und Lächeln bei den Zuhörer, sowie vielleicht auch Schweiß bei den Tänzern. 
© Michael Moll


Flober „Von wegen“
Eigenverlag, 2016

www.flober.eu

“Musik for the Kitchen“‘s Beschreibung deutscher Folklore, die stilistisch zu lokaler Weltmusik wird, passt auch zu dieser Gruppe. Das Quartett um Liedermacher und Sänger Florian Krämer (Gitarre) und Bernard P. Bielmann (Akkordeon) präsentiert auf diesem Debütalbum hauptsächlich eigene Lieder. Die Lieder sind eine Mischung aus poetisch, ironisch und positiv; entsprechend sind sie auch mal voller Energie, Fröhlichkeit oder aber eher ruhig gestimmt. Stilistisch sitzt die Band irgendwo zwischen Folk, Jazz und Gipsy.  Und wenn die zwei Sänger dann „Es müsste immer Sommer sein“, haben wir Sehnsucht nach den Sommertagen; „Die Blumen im Dezember“ ist voller Hoffung; andere Lieder wie „Extra“ sind stark ironisch geprägt. Zusätzlich zu Akkordeon und Gitarre gibt es auch noch Kontrabass und Perkussion zu hören. Eine wirklich nette Scheibe.
© Michael Moll


Jamaram "Freedom of screech"
Turban Records, 2017

Artist Video

www.jamaram.de


Die um die Jahrtausendwende gegründete Münchner Reggae Band Jamaram, Tom Lugo (Gesang), Samy Danger (Gitarre), Benni Beblo (Bass), Lionel el Wharton (Keyboards), Murxen Alberti (Schlagzeug), Nik Thäle (Perkussion), Giovanni Pecorini (Saxophon) und Daniel Noske (Trompete), hat ihr zehntes Album mit 16 neuen Songs veröffentlicht.
Die Jungs spielen Reggae, Dub, Ska aber auch Dance Hall, „Worlds apart” ist ein gelungener Mix aus den genannten Stilrichtungen. Der ebenfalls in der Münchner Szene aktive Reggae Sänger Conscious Fiyah gastiert beim up-Beat Reggae Dub „Spread some love” und die aus Zimbabwe stammende Singer/Songwriterin Tariro neGitare singt bei „Never ever” die zweite Stimme. „Pa mi gente” ist ein rhythmischer Hip-Hop angetrieben vom mitreißenden Latino Pace mit dem Deutsch-Spanischen Rapper Caramelo und die aus Savannah GA stammende Band Passafire verleiht dem Reggae „Fine fine fine” ein rockiges Flair. Mellow Mark gastiert beim tollen AnalogBassCamp Mix von „Cross the line” mit dem das Album nach mehr als einer Stunde endet.
Jamaram haben ein ansprechendes und abwechslungsreiches Reggae Album aufgenommen, auf der Homepage gibt’s Samples.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Joji Hirota & The London Taiko Drummers "Japanese Taiko"
ARC Music, 2017

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www.jojihirota.com

Der Meister Taiko Trommler Joji Hirota hat für sein aktuelles Album gemeinsam mit elf weiteren Trommlern 12 Stücke aufgenommen.
Die rhythmischen Stücke tragen Namen wie „Haru no Ibuki“ (Frühlingsprise), „Hikiyama“, das von der Pracht der Bootsprozession bei einem Festival inspiriert wurde, oder „Hiten Ryu Il“ (Engel und Drachenfliegen) und beinhalten Soli wie auch orchestrale Passagen. Neben den Taikos kommen auch japanische Flöten, Gesang und Vokalartistik zum Einsatz. Schleppende Rhythmen wie bei „Esashi, Solan Bushi“ (Fischerlied) wechseln ab mit feurigen wie bei „Honen Matsuri“ (Erntefest). Mit dem episch langem „Inochi no Oto“ endet das Spektakel nach mehr als 70 Minuten.
Joji Hirota und sein Team zeigen virtuoses Taiko Trommeln, perfekt arrangiert von Hirota, für Liebhaber der Taiko Trommeln ein Juwel.
© Adolf „gorhand“ Goriup


William Wormser "Jede Idee"
AHUGA!, 2017

www.williamwormser.de

William Wormser hat nach mehreren Anläufen in der Musikszene, inklusive einer Death Metal Band, in Berlin sein Solo Debütalbum mit zwölf Eigenkompositionen aufgenommen – produziert von Fabia und Götz Widmann und begleitet von ausgewählten Musikern entpuppt er sich als Liedermacher.
Wormser beginnt mit dem balladenhaften Titellied, Johanna Pohlmann spielt das E-Piano und Markus Sommer die Gitarre. Götz Widmann singt die zweite Stimme beim mitreißenden «Hirnfickboogie» und Sommer an der Gitarre und Timothy Remfrey am Schlagzeug begleiten Wormser bei der bluesigen Ballade «Dein Name». Dann singt Wormser den Blues, «Du hörst Musik», Felix Walter am Schlagzeug, Steve Zufall am Bass und Wormser an der Gitarre, oder rockt in derselben Besetzung bei der Rockballade « Wir sind die Antwort». Die CD klingt aus mit einigen Soloaufnahmen wie dem sarkastischen «Hippiezombies».
William Wormsers Texte sind voll von düsterem Humor, schrägen Gedankenspielen und nachdenklicher Melancholie und werden abwechslungsreich und perfekt vertont.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Yellow Teeth "Rags and pearls"
Vitesse Records, 2017

Artist Video

bandcamp.com

Yellow Teeth ist eine vierköpfige Americana Band aus dem Wallis. Frontmann Tiziano Zandonella hat gemeinsam mit Produzent Sacha Ruffieux und der Band zehn Eigenkompositionen aufgenommen, begleitet von Gitarre, Bass, Drums und Mundharmonika.
Zandonella singt mit weinerliche Stimme traurige Americana Balladen wie „The odds of dice“ oder „Love’s a drug“. Die Songs bringen wenig Abwechslung, haben alle denselben melancholischen Klang, der durch die Mundharmonika noch verstärkt wird, und auch der Pace bleibt im Wesentlichen statisch. Bei „Raise that glass“ erreichen die vier zumindest einen mid-tempo Pace und es gibt ein gemütliches Gitarrensolo.
Yellow Teeth konnten mich mit ihrer Musik nicht überzeugen obwohl ich eigentlich ein großer Bewunderer von Americana bin. Zandonellas Gesang ist bestenfalls mittelmäßig und musikalisch geben die Songs auch wenig her, nach etwas mehr als 30 Minuten ist’s dann eh vorbei.
© Adolf „gorhand“ Goriup


Bjarne Pålrud "Julekvelden"
Etnisk Musikklubb, 2017

Bjarne Pålerud (1937-1991) war ein Spielmann aus Telemark. Er spielte die für diese Region Norgwegens typische Hardangar Fidel/Hardingfela. Viele seiner Lieder lernte er von seinem Lehrmeister Johannes Dahle, der als einer der wichtigsten Traditionsträger Telemarks gilt. Oft mussten die Lehrstunden über das Telefon erfolgen, da es aufgrund der norwegischen Geografie nicht so einfach war, zu seinem Lehrer zu reisen.
Die Ausgabe "Julekvelden" ist ein Zeitdokument, welches einige von Påleruds bekanntesten Lieder wiedergibt. 20 Titel lang können wir uns ein akustisches Bild seines musikalischen Lebens machen. Im Textheft ist sowohl auf Norwegisch als auch auf Englisch eine Biografie des Künstlers enthalten. Påleruds Spiel ist sehr akkurat und taktfest und wird als „bezaubernd“ und „gefühlvoll“ bezeichnet. Alle Aufnahmen sind für die Region typische Volkstänze Springar und Gangar.
© Luise Rube


GKN5 “Bestastovo”
Taragot, 2018

www.thomasguro.com

Guro Kvifte Nesheim (Hardingfele & Hardangar d'amore) lässt die norwegische Traditionsmusik in neuem Licht erscheinen. Zusammen mit Anna Malmström (Klarietten), Thomas Eriksson (12-Saitige Gitarre & Citter), Anna Gustavsson (chromatische Nyckelharpa) och Jens Linell (Tambourin & tramp) arrangiert sie selten gespielte Hardingfele Stücke und einige ihrer eigenen Kompositionen. Durch diese neuartige und junge Besetzung sowie durch ausgesuchte Harmonien verleiht sie den norwegischen Tänzen Gangar, Springar und Halling neue Formen.
Viele Leute erleben die norwegische Traditionsmusik als schwer zu verstehen, doch Guro schafft es mit ihren Arrangements auf alle Fälle, dass ich die Hardingfele Musik besser verstehen kann. Dadurch dass sie diesen alten Stücken eine moderne Form gibt, ist jede Verwirrung wie weggeblasen und die Musik schwingt, so dass ein Tanz dazu zu einem wahren Genuss wird. Guro interpretiert Lieder nach ihrem Lehrmeisters Salve Austenå, der einer der ältesten lebenden Traditionsvermittler Norwegens ist. Dies geschieht auf eine moderne Art und Weise. Trotzdem behält die Musik den Solocharakter, den die norwegische Folkmusik zu vermitteln pflegt.
© Luise Rube


Spöket i Köket "Den nya spisen"
Gammalthea, 2017

www.spoketikoket.com

Die beste Musik entsteht in der Küche. Als säße gerade dort ein Gespenst, dass die gute Stimmung der Gemeinschaft ankurbelt und der Kreativität einen Schubs gibt. Das Gespenst der guten Musik ist auch dem Multiinstrumentalisten Nisse Blomster erschienen, als ihm 2011 die Idee für dieses verrückte Projekt aufging. Diese Schnapsidee benötigte einige Jahre, um so richtig in Gang zu kommen, doch stellte sie sich tatsächlich als eine der besten Ideen heraus, die der schwedischen Folk- und Weltmusikszene in letzter Zeit passiert ist.
Diese Folk-Bigband begeistert durch kulturübergreifende Stile in Kombination mit fetten Arrangements. Die große Reichweite an Instrumenten, die gekonnt in sowohl mitreißenden als auch stillen Nummern zum Besten kommen, verleihen der Musik Fülle und Glanz. Nisse Blomster hat sämtliche Rezepte dieses Kultureintopfes erdacht, die mit dem gekonnten Spiel folgender zehn Musiker zu einer schmackhaften Suppe werden: Nisse Blomster (Gitarre, Mandolin, Banjo, Gesang, Füße, Maultrommel, Extraposaune), Mads Kjøller-Henningsen (Traversflöte, Tinwhistle, Drehleier, Gesang), Clara Tesch (Geige), Troels Strange Lorenzen (Akkordeon), Emma Engström (Piano), Erik Bengtsson (Kontrabass und E-Bass), Erik Larsson (Tenorsaxofon und Altsaxofon), Ella Wennerberg (Posaune), Albin Lagg (Trompete und Flügelhorn).
Nisse Blomster beherrscht nicht nur mehrere Instrumente im Prinzip gleichzeitig, er übernimmt auch den größten Teil des Gesangs. Gesungen wird in vier verschiedenen Sprachen: Schwedisch, Dänisch, Französisch und Englisch (nicht auf der CD). Neben dem klar folkloristischen Gesangsstil ist auch zu erahnen, dass er eine klassische Gesangsausbildung genossen hat. Als Chor fungiert die ganze Band.
Mein absoluter Favorit der Scheibe ist einer der schwedischen Folkhits „Raddaschottis“. Schon die ersten Töne der Blassektion sind fangend und lassen einen nicht mehr los. Ein weiterer dieser Hits ist die Slängpolska „Brostugan“. Sowohl die Blassektion als auch die Auswahl der Lieder und nicht zuletzt das allzeit unterliegende Fußgetrappel geben der Musik den unverwechselbaren Franco-kanadischen Sound, der sehr an La Bottine Souriante erinnern lässt. Eine würzige Mischung aus Jigs, Schottis, Slängpolska, Django Reinhard, Spaß, Lied und vielem mehr macht es schwer, sich stilistisch festzulegen.
© Luise Rube



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