FolkWorld #71 03/2020
© Rudolstadt-Festival

Rudolstadt 2019 Innenstadt by Matthias Kimpel

Weltoffen und heimatbesoffen

Die RUTH 2020 geht an den Karnevals- und Musikverein Humba e.V. aus Köln.

Humba

Markus Reinhardt

Artist Video www.humba.de

markus-reinhardt-ensemble.de

Rudolstadt 2019

30. Rudolstadt-Festival

2. – 5. Juli 2020

Mehr als 100.000 Besucher sollen 2019 die Stadt an der Saale beehrt haben. Die Live-Mitschnitte auf zwei CDs und einer DVD rufen das Folk-Roots-Weltmusik-Festival noch einmal in Erinnerung. Dabei sind natürlich die Künstler des Schwerpunktlandes Iran wie der Teheraner Tar-Virtuose Ali Ghamsari, der in der Diaspora lebende und mit einer Fatwa belegte Sänger Shahin Najafi und das kurdisch-persisch-österreichische Weltmusik-Jazz-Ensemble Kurdophone. Der Südtiroler Herbert Pixner und der Berliner Lüül, die tschechischen BraAagas und die bulgarischen Etnotix, der irische Neo-Trad von Lúnasa und der schwermütige Alt.Country der Cowboy Junkies, nicht zuletzt als Weltpremiere das galizisch-baskisch-katalonische Gaizca Project – sie alle wandeln mit Raffinesse und Expertise zwischen Tradition und Moderne. Das Festival-Motto lautet: Ein irrer Hauch von Welt. Was einen hier anweht und zuweilen den Atem nimmt, ist vielleicht aberwitzig, aber garantiert nicht dämlich und hirnrissig. [wt]

Der Kölner Karnevals- und Musikverein Humba e.V. wird mit dem Deutschen Weltmusikpreis RUTH geehrt. Der Verein erhält die Auszeichnung für seine Verdienste um eine urbane Festkultur, die künstlerisch originell, kreativ und vielseitig ist und zugleich politische Impulse für eine gleichberechtigte, offene Gesellschaft setzt.

Das Rudolstadt-Festival, Deutschlands größtes Festival für Roots, Folk und Weltmusik, würdigt damit ein vielfältiges Engagement, das vor 25 Jahren mit der ersten Humba Party begann, einem besonderen Fest mit Kölschen Roots und Sounds aus aller Welt.

Damals machte sich der Grafiker und DJ Jan Krauthäuser auf die Suche nach dem alternativen, nicht zuletzt multikulturellen Karneval und ahnte nicht, dass daraus eines der spannendsten Weltmusikprojekte Deutschlands werden würde.

In der Begründung des Festivalteams heißt es:

„Karneval und Party bilden immer noch ein sehr stand- und gleichzeitig tanzhaftes Bein des Vereins, aber dazu hat er zahlreiche Projekte angestoßen, die weit über Köln hinaus strahlen: u.a. das Edelweißpiratenfestival zu Ehren der unangepassten Jugend während der NS-Diktatur, das Rheinische Zigeunerfestival um den Musiker Markus Reinhardt oder die Mitmachkonzerte Singender Holunder.

Auf der Themenliste stehen alte Kölsche Leeder, afrobrasilianische Widerstandskultur, jiddische oder russische Lieder, jecke und ernsthafte rheinische Töne, Wettrüsten, Arbeiterrechte oder Hexenverbrennung. Neben Konzerten sorgt der Verein auch für CDs, Vorträge, Ballnächte und Liederbücher.

Nach dem Motto ‚weltoffen und heimatbesoffen‘ bringt Humba durch seine Arbeit ahle Kölsche und Immis zusammen, regionale Bands und zugewanderte Musiker*innen, vereint Lokalkolorit und globale Kunst, ernsthafte Information und Geschichtsbewusstsein mit aktuellem politischem Engagement und ungebremster Lebensfreude. Dafür erhalten Jan Krauthäuser und der Humba e.V. die RUTH 2020.“

Die RUTH-Verleihung und das Preisträger-Konzert finden am 4. Juli 2020 im Rahmen des Rudolstadt-Festivals statt. Dabei tritt das Markus Reinhardt Ensemble mit Gästen auf. Neben seinem Repertoire aus Sinti Swing, osteuropäischer Musik und modernem Crossover wird das Ensemble auch Kölsches und Internationales aus dem Humba-Klüngel spielen.

Während der vier Festivaltage bereichert der Humba e.V. das Programm mit weiteren Facetten seiner Arbeit, die in Konzerte, Workshops und Vorträge einfließen. Die Festkultur des Karnevals- und Musikvereins fügt sich damit hervorragend in den diesjährigen Länderschwerpunkt ein, der 2020 Deutschland gewidmet ist.

Der Deutsche Weltmusikpreis RUTH ist mit 5.000 ¤ dotiert und wird vom Rudolstadt-Festival ausgelobt, das jedes Jahr im Juli in Thüringen stattfindet.

Bis 2019 wurde der Preis in verschiedenen Kategorien gemeinsam von MDR Kultur (federführend für weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten), dem Trägerkreis CREOLE und dem Rudolstadt-Festival ausgelobt. Seit 2020 vergibt das zehnköpfige Organisationsteam des Festivals jährlich eine Auszeichnung.


CD I: Soweto Soul | Fémina | Herbert Pixner Projekt | BraAgas | Cowboy Junkies | Gaizca Project | Ivan Vilela | Orpheus Trio | Etnotix | Lüül | Lúnasa | Ayça Miraç | Partiet | Kamanių šilelis | A Tribute To Markós Vamvakáris | Spooky Men‘s Chorale | Somos Guerreras | Kazachya Sprava | The Radio Ensemble | Toko Telo | SibA Folk Big Band | The Cat Empire | Vanaver Caravan |
CD II (Schwerpunkt Iran): Banu | Hamid Motebassem Ensemble | Roots Revival | Kurdophone | Habib Meftah | Shahin Najafi | Banu | Ali Ghamsari | Damahi | Hamnava Ensemble |
DVD: Ein irrer Hauch von Welt | RUTH | Hamid Motebassem Ensemble & Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt | DVD: Ein irrer Hauch von Welt - Rudolstadt-Festival 2019 | Hamid Motebassem Ensemble & Türinger Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt | RUTH - Der Deutsche Weltmusikpreis 2019

Various Artists "Rudolstadt Festival 2019: Roots Folk Weltmusik", CD/DVD, Heideck / Löwenzahn, 2019



Photo Credits: (1)-(2) Rudolstadt Festival, (3)-(4) Humba e.V. / Markus Reinhardt, (5) Cowboy Junkies, (6) Herbert Pixner (unknown/from website).


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